Königsbrück - Das Tor zur Westlausitz

 

Die Stadt verdankt ihre Entstehung der Lage an einem von der Natur vorgezeichneten uralten Fernweg der West- und Osteuropa verband. Seine Bedeutung wuchs mit der deutschen Ostkolonisation als deren Folge an den Flussübergängen Etappenorte entstanden. Zu ihnen gehörte auch Königsbrück. Als Grenzfeste und Zollstätte des böhmischen Königs tritt sie 1248 in das Licht der geschriebenen Geschichte. Zu jener Zeit und noch Jahrhunderte danach, bildete die Pulsnitz die Grenze zwischen der Mark Meißen und der zur böhmischen Krone gehörigen Oberlausitz . So wurde die Stadt das Tor zur Westlausitz und damit zur Oberlausitz. Nach Überquerung der Elbe war es nur hier möglich sich in gleicher Höhe zu bewegen ohne in unwegsamen Sumpfauen stecken zu bleiben. Schon im frühen Mittelalter wird der Weg "Antiqua strata" <Alte Straße>, später Hohe Straße genannt. Hier nahmen die Zuwanderer und Händler aber auch Kriegsheere ihren Weg, fanden Anschluss bis nach Kiew und damit zum Orient. Später wurde sie "Via Regia" genannt. Auch die Jakobspilger nahmen diesen Weg. Kein Wunder, dass Königsbrück sich in Anlehnung an eine Grenzfeste zum Zoll-, Rast- und Ausspannungsort entwickelte. Als Dresden an Bedeutung gewonnen hatte querte eine weitere Straße von Nürnberg nach Frankfurt an der Oder hier die Pulsnitz. Frühzeitig siedelten sich alle wichtigen Gewerke an. Unter ihnen fanden auch Töpfer gute Produktionsgrundlagen im nahen Umland, Tonlagerstätten und Waldungen, die ausreichend Brennholz lieferten. Schon 1605 baten neun Töpfermeister die Herrschaft um eine zunftmäßige Ordnung. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Anzahl der Töpfereien. 

 
 

Älteste Stadtansicht von Königsbrück, kolorierte Zeichnung von Gottwald Ermel ( 1839-1897 )
 
  Ihren Namen als Töpferstadt erhielt der Ort um 1880 als hier bis zu 21 Betriebe bestanden. Die Waren wurden zunächst mit Pferdefuhrwerken und später mit der Eisenbahn weit nach Westdeutschland, Österreich und Böhmen verkauft. Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen von Emaillegeschirr und Glas verringerte sich der Absatz und viele Töpfereien gingen ein. Nur die Töpferei Frommhold hat sich über l50 Jahre behauptet, und lädt am 20.-21.September 2003 zum 2. Topfmarkt ein. Ihre Produktion fußt auf alten Traditionen und Lausitzer Braun- und Bunttöpferwaren werden wieder weithin verkauft. Bei der Industrialisierung hatte die Stadt weitgehend den Anschluss verpasst. Durch neue Straßen wurden die alten Trassen nicht mehr genutzt. Königsbrück wurde am Ende des 19. Jahrhunderts Garnison- und Militärstadt. In Etappen entstand ein großen Truppenübungsplatz den nach dem 2. Weltkrieg russische Truppen benutzten. Heute befindet sich auf diesem Gelände Sachsens größtes Naturschutzgebiet. Das über 750 Jahre alte Städtchen mit seinem schönen Umland lädt Sie ein und freut sich genauso wie die vielen Töpfer aus ganz Deutschland auf Ihren Besuch.
 Irene Kubasch
 

Auf Wiedersehen zum 8. Topfmarkt vom 19.-20. September 2015