400 Jahre Töpferinnung in Königsbrück

Töpferei Frommhold fühlt sich der Tradition verpflichtet

Königsbrück, der als Grenzfeste und Dienstsiedlung des böhmischen Königs an der Pulsnitz gegründete Ort, wird erstmalig 1248 urkundlich genannt. Er erlangte durch seine günstige Lage bald wirtschaftliche Bedeutung und wird schon 1331 als Stadt bezeichnet. In einem Gnadenbrief erwarben 1490 die Burggrafen von Dohna als Besitzer von Schloss und Stadt vom böhmischen König das Recht u.a. "das Städtlein als eine böhmische Grenzfeste zu bessern und zu bauen. mit Mauern zu umgeben ...und einen Jahrmarkt zu halten". 1551 wird Königsbrück als Herrschaft bezeichnet. Am Kreuzungspunkt zweier wichtigen Handelsstraßen fanden sich Bedingungen zur Gründung von vielen nötigen Gewerken. Ihre Entwicklung war auf das engste mit gut funktionierenden Zünften verbunden. Hauptzweck der Zünfte war die Sicherheit innerhalb der Berufsgruppen und der Schutz der kleinen Warenproduktion, Rechte und Pflichten wurden von der Herrschaft verbrieft und beim Wechsel der Grundherren immer neubestätigt.
Für Königsbrück ist eine erste Innungsgründung 1509 bekannt. Neun Töpfermeister ersuchten 1605 die Herrschaft, auch ihrem Handwerk eine zunftmäßige Ordnung zu geben. Sie erhielten am 2. Februar 1605 ihren Zunftbrief. Das Pergament mit den Zunftrechten war 78 cm lang und 56 cm breit.  

Der Text lautete in Auszügen:

"Ich Call Magnus Freyherr" von Schellendorf, Herr auf der Herrschaft Königsprugk, Kuhna und halba etc. Bekenne für mich, meine Erben und Erbnehmer hiermit offentlichen, gegen Jedermänniglichen! Daß vor mich kommen sindt meine Unterthanen und Bürgere, die Ehrsamben EItisten und Jüngsten Meistere, des löblichen Handwergks der Töpper, alß nemblich Simon Poppitz. Hanß Lotze, David Monbuchsse, Jacob Holweg, Hanß Lotze der Jüngere, Matthes Poppitz, Hans Holweg, Merlen Poppitz, Walter Lotze, mit Unterthäniger anzeigung, wie das die umb auffnemung ihres Handwergs gesinnet, mit meinem Vorbewußt eine Zunfftmässige Ordnung auffzurichten. wie es benämblichen in ihrem Handtwerg alhiero soltte gehalten werden."

Es folgen Artikel mit Festlegungen über:

Im letzten Artikel ist unter anderem vermerkt: 


Innungslade im April 1945 verbrannt mit allen Inhalten bei Kampfhandlungen

Der umfangreiche Zunftbrief regelte unter anderem aber auch Abgaben. Tonzins und alle handwerklichen Belange vom Meister bis zum Lehrling. Jeder Besitzwechsel der Grundherrschaft ist auf der Rückseite neu bestätigt. Als Letzter bestätigt 1825 Peter Carl Graf von Hohenthal diese erste Innungsordnung auf diesem Pergament. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Innungsartikel entscheidenden Korrekturen unterworfen. Sie umfassten 1885 75 Artikel mit den Unterschriften von 16 Meistern. Die Genehmigung erfolgte zu dieser Zelt bereits durch die Königliche Kreishauptmannschaft Bautzen. Als weitere Änderungen nötig wurden, beschlossen die Königsbrücker Töpfer eine freie Innung zu bleiben. Als "Freie -Töpfer - Innung zu Königsbrück" gaben sie sich 1898 neue Statuten, von 4 Meistern unterschrieben.


Töpfergeselle Block in traditioneller Kleidung

Nach dem 1 Weltkrieg gründete sich nach einigen anderen Versuchen 1935 die "Scheibentöpferinnung Kamenz" mit Sitz in Kamenz als Pflichtinnung für die Oberlausitz. Neben ihr durfte es in der Oberlausitz keine weiteren selbstständigen Gruppen des Berufes geben. Nach 1945 entstand die "Berufsgruppe der Scheiben- und Ofentöpfer" im Bezirk Dresden mit Sitz in Kamenz. In ihr waren die noch tätigen etwa 30 Meister der Oberlausitz vereinigt. Zur Zeit haben sich noch etwa 35 handwerkliche Töpferei. und Keramikbetriebe in der freiwilligen Landesinnung des Sächsischen Keramikhandwerkes vereinigt. Sie haben heute mit nicht weniger Problemen zu kämpfen und vermarkten gemeinsam unter < Töpferkunst in Sachsen - Darum dreht sich`s > ihre Erzeugnisse. Solides handwerkliches Können und die Liebe zum Beruf möge ihnen weiterhin ihre Existenz erhalten. In Königsbrück fühlt sich als die letzte Töpferei, der über 150-jährige Betrieb von Jens Frommhold dem Ruf der alten Töpferstadt verpflichtet und lädt zur Erinnerung an das 400-jahrige Gründungsjubiläum am 17. und 18.September 2005 zum 3. Töpfermarkt ein. Zusammen mit über 40 Töpfereien aus Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn werden ihre Waren zum Kauf angeboten.